Wieso? Weshalb? Warum?
Weil! Deshalb! Darum!
Sie wollten schon immer mal wissen „wieso, wehalb, warum ... ?“ Prima, dann sind Sie hier genau richtig! Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf Fragen, Irrtümer, Ammenmärchen und Definitionen rund um das Kamel.
Warum nennt man ein Kamel auch Wüstenschiff?
1. Der wiegende Passgang der Kamele ruft bei Reitern die Vorstellung eines Schiffes auf hoher See hervor.
2. Das Kamel als einziges Transport- und Fortbewegungsmittel durch unwirtliche Wüsten legt den Vergleich mit einem Schiff, das durch die Sandmeere fährt, nahe.
Was ist der Passgang?
Beim Passgang bewegen Kamele jeweils das Vorder- und Hinterbein einer Seite gleichzeitig nach vorn und nicht über Kreuz, wie beispielsweise Pferde es tun.
Wie viel können Kamele auf einmal trinken?
Erreicht ein durstiges Kamel eine Oase, kann es in zehn bis 15 Minuten bis zu 200 Liter Wasser saufen. Das entspricht der Menge Wasser in einer gut gefüllten Badewanne. Würde ein Mensch entsprechend viel auf einmal trinken, bekäme er eine „Wasservergiftung“ und könnte daran sterben.
Warum vertragen Kamele so viel Wasser?
Kamele sind die einzigen Säugetiere, die ovale Blutkörperchen besitzen. Die können auf das Zweihundertfache ihrer normalen Größe anschwellen und sich mit Wasser vollsaugen ohne zu platzen.
Ist in Kamelhöckern wirklich Wasser?
Nein! Kamele speichern in ihren Höckern kein Wasser, sondern Fett. Ein geschrumpfter oder hängender Höcker ist ein Hinweis auf einen schlechten Ernährungszustand. Er kann auch auf Mangelernährung hindeuten, beispielsweise unzureichende Zufuhr an Spurenelementen, Vitaminen oder Mineralien.
Wo speichern Kamele das Wasser?
Sie speichern das Wasser hauptsächlich im Körpergewebe. Außerdem werden spezialisierte Zellen in der Magenwand der Wüstentiere vermutet, die beträchtliche Mengen Wasser „aufsaugen“ und bevorraten können. Ausschlaggebender für ihr Überleben in unwirtlichen Gegenden ist aber ihre Fähigkeit, möglichst wenig Flüssigkeit zu verlieren.
Wie lange können Kamele ohne Wasser auskommen?
Die meisten Quellen geben an, dass Kamele bis zu zwei Wochen ohne Wasser überleben können. Es gibt Berichte von Wüstendurchquerungen, bei denen die Tiere drei Wochen ohne zusätzliches Tränken überstanden. Einer Herde ging selbst nach 29 Tagen ohne Wasser bei der Suche nach einer Quelle kein Tier verloren (Evans: Camel Keeping in Kenia). Kamelhalter in Afrika und Asien führen ihre Tiere täglich oder mindestens jeden zweiten Tag zur Tränke. Bei Temperaturen unter 22°C und ausreichend saftigem Futter, können Kamele wochenlang auf zusätzliches Wasser verzichten.
Warum können Kamele so lange ohne Wasser auskommen?
Sie haben zahlreiche Strategien und Tricks entwickelt, um Wasser zu sparen und den Feuchtigkeitsverlust möglichst gering zu halten.
Trick Nr. 1 Körpertemperatur:
Bei hohen Umgebungstemperaturen lässt das Kamel seine Körpertemperatur auf bis zu 41°C steigen, bevor es durch Schwitzen seine Körperwärme reguliert. In der Nacht kühlen Kamele bis auf 34°C ab. So dauert es tagsüber länger, bis wieder höhere „Betriebstemperaturen“ erreicht werden.
Trick Nr. 2 Körperausscheidungen Feuchtigkeit entziehen
Der Kot der Tiere ist so trocken, dass er als Brennmaterial verwendet werden kann. Der Urin ist hoch konzentriert. Durstige Wüstenschiffe schlagen ihr Wasser tröpfchenweise ab und verlieren dabei täglich höchstens einen Liter Flüssigkeit.
Trick Nr. 3 Fett ist im Höcker konzentriert, ansonsten kaum Isolierung
Die klugen Wüstentiere speichern ihre Fettreserven im Höcker. Beine und der Rest des Körpers sind kaum bis gar nicht durch eine Fettschicht isoliert. Das ermöglicht ihnen, überschüssige Wärme leichter an die Umgebung abzugeben.
Trick Nr. 4 Abkühlung schaffen
Bei großer Hitze lassen Kamele ihren Urin über die Hinterbeine laufen, um für zusätzliche Abkühlung zu sorgen. Das ist deutlich sichtbar an der Kristallspur an Hinterbeinen und Schwanz. Wenn es kalt ist, stellen sich die Tiere beim Urinieren so hin, dass ihre Hinterbeine nicht feucht werden.
Trick Nr. 5 Austretender Atemluft Feuchtigkeit entziehen und dem Körper wieder zuführen
Kamele entziehen der austretenden Atemluft bis zu 80% der Feuchtigkeit und verhindern, dass diese den Körper verlässt. Gleichzeitig kühlt das in der Nasenschleimhaut durch Kondensation entstehende Wasser ein raffiniertes Geflecht von Gefäßen (das Halsschlagadergeflecht) und sorgt so für niedrigere Temperaturen im Gehirn und in den Augen des Kamels.
Trick Nr. 6 Flüssigkeitsverlust wird über Gewebe und nicht über das Blut ausgeglichen
Altweltkamele überstehen einen Wasserverlust von bis zu 30 oder 40 Prozent ohne größere Probleme. Zum Vergleich: Beim Menschen führen bereits rund 10 Prozent Flüssigkeitsverlust zum Tod. Während der Mensch seinen Flüssigkeitsbedarf bei Dehydratation aus dem Blut deckt, bis dieses zu zähflüssig wird, um zu zirkulieren, ersetzen Kamele fehlende Flüssigkeit aus dem Körpergewebe. Kamelblut bleibt auf diese Weise flüssig und versorgt weiterhin die Organe.
Wer trinkt mehr? Kuh oder Kamel?
Richtig: Die Kuh. Kamele kommen mit etwa acht bis zehn Litern Wasser am Tag aus. Kühe sind im Vergleich zu den Wüstenschiffen wahre Schluckspechte. Sie saufen bis zu 60 (!) Liter Wasser am Tag.
Wie lange können Kamele ohne Futter auskommen?
Das Kamel hat sich seinem natürlichen Lebensraum angepasst und kann bis zu 30 Tage ohne Futter auskommen. In dieser Zeit zehrt es von seinen Fettreserven, die es in dem/den Höckern eingelagert hat.
Was fressen Kamele?
Kamele sind Pflanzenfresser. Sie fressen (Dornen-)Sträucher, Kakteen, Gräser, Kräuter und Blätter der Wüsten und Steppen. Struppige und stachelige Pflanzen können sie dabei ohne Probleme vertilgen. Selbst für andere Tiere ungenießbare und sehr salzhaltige Pflanzen kann das Kamel verwerten.
Bei uns werden Kamele mit Heu, Stroh, Gras, Blättern, Futterrüben und Zweigen – und manchmal sogar mit einem Weihnachtsbäumchen ohne Lametta gefüttert. Wir setzen dem Futter Vitamine, Salze und Spurenelemente zu. Vor allem Vitamin E und Selen sind für das Wohlbefinden der Wüstenschiffe unentbehrlich.
Wie viel Futter brauchen Kamele?
Kamele sind sehr genügsam und an das karge Futterangebot ihres Lebensraumes gewöhnt. Ein Kamel benötigt in etwa die halbe Futtermenge, die ein Pferd vertilgt.
Warum vertragen Kamele nur wenig Kohlenhydrate?
Da sie wenig Nahrung gewohnt sind, produzieren sie auch nur wenig Insulin. Bei übermäßigem Verzehr von Kohlenhydraten oder gar Zucker können die Tiere lebensbedrohlich erkranken. Beispielsweise kommt es zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
Sind Kamele Wiederkäuer?
Kamele kauen zwar ihre Nahrung wieder. Da sich ihr mehrkammeriger Magen aber unabhängig von den Wiederkäuern entwickelt haben dürfte, werden sie nicht zu dieser Unterordnung gezählt. Kamele gehören der Ordnung Paarhufer und der Unterordnung Schwielensohler an.
Was ist der Unterschied zwischen Dromedar und Trampeltier?
Ein Höcker. Das Trampeltier trägt zwei Höcker und das Dromedar nur einen auf dem Rücken. Beide Tiere gehören zu den Altwelt- bzw. Großkamelen.
Was ist ein Tulu oder Tülü?
Ein Tulu oder Tülü ist eine Kreuzung – ein Hybride – meistens zwischen weiblichem Dromedar und männlichem Trampeltier. Die Tulus sind fortpflanzungsfähig.
Welche Kamelarten gibt es?
Es gibt die Altwelt- oder Großkamele, Trampeltier und Dromedar, sowie die Neuwelt- oder Kleinkamele, Lama, Alpaka, Guanako und Vikunja. Außerdem Hybride wie Tulu oder Cama (fortpflanzungsfähige Kreuzung zwischen Kamel und Lama).
Welche Farbe hat das Fell der Trampeltiere?
Trampeltiere tragen einheitlich ein braunes Fell, das im Winter zottelig und lang ist. Im Frühjahr verlieren sie ihr Zottelfell und tauschen es gegen ein kurzes Sommerfell ein. Dabei lösen sich die Fellzotteln größtenteils von allein ab. Um das Fell restlos abzustreifen scheuern es sich die Tiere herunter.
Welche Fellfarbe haben Dromedare?
Ihre Fellfarbe variiert von Weiß bis Dunkelbraun. Auch mehrfarbige (gescheckte) Dromedare sind nicht selten zu sehen. Das Fell ist kürzer als das der Trampeltiere.
Warum wurde das Kamel domestiziert?
Das Kamel vereinigt viele Eigenschaften, die das Überleben der Menschen in kargen Regionen erleichtern oder gar ermöglichen. Kamele sind sehr genügsam – sie benötigen wenig Futter und Wasser. Zugleich liefern sie Milch, Wolle, Fleisch und Brennstoff – der trockene Kot der Tiere lässt sich gut verfeuern. (Siehe dazu auch: Warum können Kamele so lange ohne Wasser auskommen? Trick Nr. 2) Sie sind ausdauernde Last- und Reittiere, die eine Durchquerung der Wüsten ermöglichen.
Wie schnell sind Dromedare?
Trainierte Rennkamele erreichen Spitzengeschwindigkeiten von 40 km/h (manchmal ist sogar die Rede von bis zu 60 km/h). Beladene Kamele legen etwa 3,5 bis 5 km pro Stunde zurück. Im Trab sind sie um die 12 km/h schnell, halten das Tempo aber „nur“ über vier bis fünf Stunden durch.
Wie viele Kilometer kann ein Kamel am Tag zurücklegen?
Kamel-Karawanen legten zwischen 40 bis 50 Kilometern täglich zurück. Davon zeugen die Karawansereien, die befestigten Gast- und Rasthöfe entlang alter Karawanenstraßen, die in dieser Entfernung voneinander eingerichtet wurden. Kamelpatrouillen legen auch bis zu 80 Kilometer am Tag zurück.
Frieren die Tiere nicht in unseren Breitengraden?
Alle Cameliden – Altwelt- und Neuwelt-Kamele – sind an extreme Temperaturen gewöhnt. Temperaturschwankungen von bis zu 50°C und darüber sind in den Wüsten Afrikas und Asiens nichts Ungewöhnliches. Also: Tagsüber steigt das Thermometer auf 40 bis 50°C und fällt in der Nacht auf den Nullpunkt oder darunter herab.
Wo leben domestizierte Altweltkamele überwiegend? Wo kommen sie her?
Dromedar: Der ursprüngliche und traditionelle Lebensraum der Dromedare befindet sich in Arabien und Nordafrika, Indien und Pakistan. Seit dem 19. Jahrhundert leben verwilderte Dromedare in Australien, deren Population auf etwa 800.000 Tiere geschätzt wird. Eine kleinere Herde (genau sieben stolze Dromedare) hat sich in Camel-City, Arnschwang, im Naturpark Oberer Bayerischer Wald, niedergelassen.
Trampeltiere sind in Asien heimisch und werden dort als Nutztiere gehalten. Überwiegend kommen die Tiere in Zentralasien, China sowie Kasachstan, dem Land der „Hundertjährigen“ vor. Eine etwa 1.000 Tiere umfassende Herde von Wild-Trampeltieren lebt an der Grenze zwischen China und der Mongolei in der Wüste Gobi.
Wie viele Trampeltiere gibt es weltweit?
Rund 3,5 Millionen Trampeltiere soll es weltweit geben.
Wie viele Dromedare gibt es?
Rund 14 Millionen Dromedare bewegen sich im Passgang über unsere Erde.
Wie groß und wie schwer sind die Tiere?
Altweltkamele werden bis zu 2,50 m groß und bis zu 1.000 kg schwer. Ein Vikunja beispielsweise bringt gerade einmal 55 kg auf die Waage bei einer Größe von etwa einem Meter.
Schulterhöhe Gewicht
Dromedar: 2,30 bis 2,50 m 450 bis 650 kg
Trampeltier: 2,30 bis 2,50 m 450 bis 650 kg / 1.000 kg
Lama: 1,30 m 120 kg
Alpaka: 1,10 m 110 kg
Vikunja: 1,00 m 55 – 60 kg
Guanako: 1,20 m 90 kg
Warum haben die südamerikanischen Kamele keinen Höcker?
Der Lebensraum der Neuweltkamele ist nicht ganz so unwirtlich, wie das Verbreitungsgebiet der Altweltkamele – Afrika, Arabien und Asien.
Warum brauchen Vikunjas einen „Wetzstein“?
Die unteren Schneidezähne der Vikunjas wachsen – wie beim Nagetier – nach. Das ist eine genetische Anpassung an die schwierige Futterlage in den Hochgebirgen Südamerikas. In freier Wildbahn wetzt sich ihr Gebiss beim Fressen flacher harter Pflanzen stärker ab, als das ihrer Artgenossen in Gefangenschaft. Damit sich die Zähne abnutzen können, benötigen Vikunjas entsprechende Nahrung bzw. einen Wetzstein.
Warum ist die Vikunja-Wolle besonders begehrt?
Das Fell der Vikunjas ist besonders dicht und fein. Die daraus gewonnene Wolle gilt als die teuerste und seltenste der Welt. Kleidungsstücke aus Vikunja-Fasern sind ein Luxus, den sich nicht jeder leisten kann.
Warum fingen die Inkas Vikunja-Herden einmal im Jahr ein?
Schon die Inkas wussten die feine, edle und zugleich robuste Wolle des Vikunja zu schätzen. Darum fingen sie die wild_lebenden Kleinkamele ein, schoren sie und stellten aus der Wolle exklusive Bekleidung für ihre Herrscher her.
Wie alt werden Kamele?
Altweltkamele erreichen ein Alter von 40 bis 50 Jahren. Vermutlich aufgrund von Bewegungsmangel und Nahrungsüberfluss sowie zu eiweiß- oder fettreicher Nahrung, erreichen die Wüstentiere dieses hohe Alter bei uns in Mitteleuropa leider nicht.
Wie lange dauert die Tragezeit bei Kamelen?
Kamelstuten tragen rund 13 Monate und bekommen ein Kamelfohlen. Bei Kamelen hat es noch nie Zwillingsgeburten gegeben. Die Brunstzeit der Kamele liegt in den Wintermonaten. Im Frühjahr des darauf folgenden Jahres kommen die Jungen zur Welt.
Stimmt es, dass Kamele ihre Nasenlöcher verschließen können?
Ja, sie haben einen kräftigen Nasenmuskel, mit dem sie ihre Nasenlöcher beispielsweise während eines Sandsturmes verschließen, damit kein Sand in ihre Atemwege gelangt.
Können Kamele weinen?
Ja, aber ihre tränenden Augen sind kein Ausdruck von Trauer oder Rührung. Die Tränenflüssigkeit reinigt die Augen und spült Schmutz und Sand heraus. Als Schutz vor den Sandkörnern und der Sonne dienen die langen Wimpern der Kamele.
Warum tragen Kamele einen Roboter auf dem Rücken?
Nur Rennkamele tragen Roboter auf dem Rücken und nur bei den Wettkämpfen und beim Training. Die Roboter ersetzten Kinderjockeys, die vor kurzem noch bei professionellen Kamelrennen eingesetzt wurden.
Warum mögen Kamele keinen Regen?
Weil sie hohe Luftfeuchtigkeit nicht gewohnt sind, mögen sie kein Regenwetter. Ihr Fell ist dazu gemacht, vor Kälte und auch vor Hitze zu schützen, jedoch nicht vor Regen. Das Fell saugt sich mit Wasser voll. Nässe bereitet ihnen Unbehagen. Außerdem: Der Boden wird rutschig und die Wüstenschiffe finden mit ihren schwielenbesohlten Hufen nur ungenügend Halt.
Warum kamen Kamele nach Camel-City?
Ihnen gefällt der Naturpark Oberer Bayerischer Wald und sie finden Land und Leute sehr sympathisch.
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