Allgemeines zu Kamelrennen
Kamelrennen haben vor allem in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Sinai eine lange Tradition. Neben den teils stattlichen Siegprämien geht es den Züchtern und Jockeys vor allem um eines: Ehre. Gerade den Scheichs kommt es daher nicht so sehr aufs Geld an. Ein Preis von 1 Million US-Dollar für ein Rennkamel kommt hier schon einmal vor. Denn nur ein perfekt ausgebildetes Rennkamel erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h, die es nahezu auf der gesamten Strecke von 10-20 km durchhält.
Rennkamele werden heutzutage mit allen Mitteln gezüchtet. Künstliche Befruchtungen und Leihmütter sorgen dafür, dass nur die besten Embryonen ausgetragen werden, ohne dass die Rennkamele für mehrere Monate ausfallen. Denn ein Kamel kann nur alle zwei Jahre Nachwuchs bekommen. Da gilt es, die besten Ergebnisse zu erzielen. Dies sind vor allem weibliche Kamele. Diese haben ein längeres Durchhaltevermögen als die Männchen und erreichen auch höhere Geschwindigkeiten. Nicht zuletzt deswegen laufen bei offiziellen Rennen die Geschlechter getrennt voneinander.
Tradition der Kamelrennen
Unter Beduinen sind Kamelrennen so populär wie hierzulande Fußball oder Motorsport. Da Glücksspiel für einen gläubigen Muslim als Sünde gilt und somit verboten ist, geht es insbesondere um Ruhm und Ehre. Allerdings werden die Regeln des Korans immer wieder gebrochen und es kommt zu beachtlichen Preisen, die bei einem solchen Rennen gewonnen werden können. Leider kommt es hierdurch teilweise zu grausamer Tierquälerei. Einige Teams treiben ihre Tiere ohne Rücksicht auf Verluste bis zum Zusammenbruch. Einige gehen sogar so weit, den Männchen Feuerzeuge unter die Hoden zu halten, damit diese schneller losrennen.
Kamelrennen sind traditionell Männerdomäne. Väter und ihre Söhne treten hier gemeinsam an, um Ruhm und Ehre für die Familie zu gewinnen. Lange Zeit waren Kinder als Jockeys bei Kamelrennen beliebt. Allerdings wurden sie oft für diesen Zweck missbraucht und wie Sklaven behandelt und verkauft. Aufgrund zahlreicher Proteste wurde diesen Machenschaften ein Riegel vorgeschoben. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Kinder heute als Jockeys verboten. Dafür kommt heutzutage oft modernste Technik zum Einsatz. Roboter wurden in den letzten Jahren als Jockeys getestet und konnten erste Rennen erfolgreich bestreiten. Sie werden jetzt mit großem Erfolg eingesetzt.
Noch heute werden Frauen auf Rennkamelen belächelt. Diese kommen immer aus Europa, weil die einheimischen Frauen gar nicht auf die Idee kämen, sich als Jockey zu betätigen. So war Christine Sieber die erste Frau, die in einem arabischen Land bei einem Kamelrennen siegte.
Kamelrennen in Deutschland
Die Faszination der Kamelrennen beginnt nun langsam auch in Deutschland um sich zu greifen. So haben die Magdeburger Kamelrennen bereits Tradition, die 2008 in die Hauptstadt Berlin getragen wurde. Hier fand nämlich das Orient Race Kamelrennen statt. Neben dem eigentlichen Rennen geht es bei solchen Veranstaltungen vor allem um das Flair aus 1001 Nacht. Bauchtänzerinnen, exotische Speisen und orientalische Musik runden das eigentliche Rennen ab. In Planung ist derzeit das erste offizielle Dromedar-Rennen in Deutschland.
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