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Kamelrennen mit und ohne Wüste
Geblieben ist die ursprüngliche Faszination, ja sogar Verehrung für die Fähigkeiten des Kamels, sozusagen aus dem Stand heraus eindrucksvoll schnell in die Gänge zu kommen. Drumherum hat sich eine durchorganisierte Rennsportwelt entwickelt, die vor allem in den Golfstaaten zum luxuriösen Freizeitspaß für die Wüstensöhne und zum im Islam illegalen Wettparadies für viele Gutbetuchte geworden ist. Allein in den Emiraten gibt es 15.000 Rennkamele, die allesamt bestens tierärztlich und pflegerisch versorgt werden wollen. Spezialisten für die Zucht von Rennkamelen verbinden heute das jahrhundertealte Wissen mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Und sie sind gesuchte, umworbene Mitarbeiter. So sind rund um die Kamelrennen viele neue Arbeitsplätze entstanden, nach dem Ende des Ölbooms durchaus ein sehr gewünschter Effekt. Für die eigentliche Rennarbeit beginnt das Training für ein junges Kamel, wenn es etwa ein Jahr alt ist, und mit drei Jahren darf es dann an den Start. Regelmäßige Trainingseinheiten gibt es in Sachen Gehorsam, Ausdauer und Muskelaufbau – allerbestes Futter und regelmäßige Check-ups beim Veterinär inklusive. Sollte ein Kamel Siegergene in sich tragen, kann es durchaus für 10 Mio. Euro den Besitzer wechseln. Siegprämien werden gern in Form von europäischen Luxuslimousinen ausgezahlt. Da die Rennkamele keine andere Aufgabe haben, als ihren Besitzern zu Ruhm und Ehre zu verhelfen, führen die Tiere ein wahres Luxusleben. Trotzdem müssen sie auch das perfekte Gewicht auf die Rennbahn bringen. Sie sind wesentlich zierlicher, ihre Körper wirken eher schmächtig, und ihre Beine sind sehr, sehr schlank. Auch die Köpfe der Luxus-Kamele sind weitaus zierlicher als bei „normalen“ Kamelen . In der Vergangenheit wurden die Rennveranstalter heftig kritisiert, weil sie Kinder als Jockeys auf die Kamele setzten. Das ist seit 2006 Geschichte und inzwischen finden professionelle Rennen statt, bei denen die Kamele durch Roboter gesteuert werden – in Europa verlässt man sich aber nach wie vor auf Reiter.
Kamelrennen gibt es inzwischen auch hierzulande. Mit zu den Champions gehört unsere Leading Lady Suleika, die in Deutschland und Europa an mehreren Kamelrennen teilgenommen hat. Sie ist wahrhaftig Europas schnellstes Rennkamel. Trainiert und ausgebildet wurde sie von ihrem Vorbesitzer, Herbert Stein, der eigentlich Pferdetrainer und Showreiter ist. Ende der 90er Jahre entdeckte er sein Herz für Kamele und bildet sie seitdem für Orient-Shows und Wettrennen, aber auch für das Therapiereiten aus.
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In der arabischen und nordafrikanischen Welt haben Kamelrennen, die die Nomadenvölker schon seit vielen hundert Jahren durchführen, einen völlig anderen Stellenwert. In den Wüstenregionen drehte sich einst das gesamte Leben rund um das Kamel, es war Transporter, Vermögen, Status, Überlebensgefährte. Die Zeit der Karawanen ist vorbei, inzwischen haben Autos viele arbeitende Kamele ersetzt.

















