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So fühlen sich Kamele in unseren Breitengraden wohl

Egal, ob es sich um Kamele aus der alten oder aus der neuen Welt handelt, sie sind sehr anpassungsfähig und kommen auch in unseren Gefilden gut zurecht. Es müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, damit sie sich hierzulande wirklich wohlfühlen.

Kamele sind so genannte exotische Tiere. Wer mehrere Tiere gewerblich hält, muss seine Sachkunde hinsichtlich artgerechter Haltung nachweisen und gegebenenfalls eine Genehmigung einholen. Für Privatpersonen, die Kamele nur als Hobby halten, ist keine Genehmigung erforderlich. Zoos müssen auch keine Genehmigungen vorweisen.

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Zur artgerechten Haltung von Kamelen müssen Kenntnisse über Sozialverhalten, Platzbedarf, Gehegebeschaffenheit und Ernährung vorhanden sein. Alle Gattungen in der Familie der Kamele sind Herdentiere. Sie fühlen sich als Einzelgänger nicht wohl und verkümmern dann. Sie sollten zumindest in einer kleinen Gruppe gehalten werden. Vorsicht ist bei der Haltung von geschlechtsreifen Männchen geboten. Diese sind für die Gruppenhaltung nicht geeignet. Es sollten keinesfalls andere Männchen in der Gruppe vorhanden sein. Je nachdem, wie ausgeprägt der Geschlechtstrieb des Männchens ist, kann dieses eine extreme Unruhe in den Herdenverband bringen. Das kann vor allem auf trächtige Weibchen negative Auswirkungen haben. Weibchen vertragen sich recht gut, solange ausreichend Platz für alle Tiere zur Verfügung steht.

Kamele sind recht bewegungsfreudig. Die Gehege sollten großzügig bemessen und ausreichend groß sein. Was Großkamele aufgrund ihrer Körpergröße an Platzbedarf haben, benötigen die Kleinkamele allein für ihren Bewegungsdrang. Generell gilt für Großkamele eine Fläche von 300 qm für die ersten drei Tiere, für jedes weitere Tier mindestes 50 qm dazu als angemessen. Besonderes Augenmerk sollte auf die Höhe der Türen gelegt werden. Die Tiere dürfen nicht zum Durchqueren ihren Kopf einziehen müssen.

Beim Zaun muss man die Größe der Tiere beachten. Schon für die kleinen Kamele ist eine Zaunhöhe von 1,5 m erforderlich. Möglich ist eventuell auch die Haltung hinter Wasser- oder Trockengräben oder, wenn man die Tiere daran gewöhnt, hinter einem Elektrozaun. Allerdings ist es ärgerlich, wenn man ausgebüxte Tiere suchen muss, zumal sie, wenn sie nicht an Verkehr gewöhnt sind, diesen gefährden können. Deshalb sollte man im Zweifel doch einen festen Zaun wählen. Groß- und Wildkamele eignen sich nicht als Streichelzoo, Lamas und Alpakas schon eher.

Kamele kommen mit allen Temperaturen klar und können deshalb das ganze Jahr über draußen gehalten werden. Regen, hohe Luftfeuchtigkeit und Zugluft behagen den Kamelen nicht. Sie sind trockenes Wüstenklima gewöhnt. Bei Regen und Schwüle ist deshalb ein zugfreier Stall die richtige Unterkunft. Dagegen werden sie mit trockener Kälte ohne weiteres fertig. Sie sind winterhart und können ganzjährig im Außengehege gehalten werden. Eine Heizung brauchen sie nicht.  Für den Gehegeuntergrund wird Sand oder trockener Gras- bzw. Naturboden empfohlen. Pfützen oder Schlammkuhlen würden der artgerechten Haltung widersprechen. Möglichkeiten zur Bildung von Staunässe müssen daher unbedingt vermieden werden. Zum Schutz vor Witterungsunbilden sollten den Tieren trotz ihrer Winterhärte geräumige Unterstände zur Verfügung stehen. Die Haltung in geschlossenen Ställen ist nicht zu empfehlen. Kamele vertragen weder hohe Luftfeuchtigkeit noch Nässe. Sind geschlossene Ställe vorhanden, muss ein gutes Klima darin herrschen.

Wenn es um das Thema Ernährung geht, sind Kamele bekanntlich sehr genügsam und anspruchslos. Gras, Äste, Sträucher, Heu und Stroh stehen auf dem Speiseplan. Zur Angleichung an die gewohnte Wüstenkost müssen allerdings noch Mineralstoffe zugefüttert werden um Mangelerscheinungen vorzubeugen.