Kamele in der Mongolei
Die Mongolei liegt im Inneren Asiens. Sie zählt flächenmäßig zu den größten Staaten der Erde, ist aber das Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte. Von den etwa 3 Millionen Einwohner lebt ein Drittel in der Hauptstadt Ulan Bator; die übrigen verteilen sich in dem riesigen Land. Geschichtlich ist die Mongolei besonders durch die Eroberungszüge unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern im 13. Jahrhundert bekannt, die diese bis nach Mitteleuropa führten. Bei diesen Kriegszügen benutzten die Mongolen aber keine Kamele, sondern Pferde.
Die Mongolei ist ein Land mit hohen Steppen- und Wüstenanteilen, mit Gebirgen und teilweise sogar aufgrund der nördlichen Lage mit Permafrostboden. In solchen Gegenden ist das zweihöckrige Trampeltier zu Hause, das mit der Kälte besser fertig wird wie das Dromedar.
In diesem riesigen Land wird das Kamel vor allem in den unwirtlicheren Gegenden noch heute als Lastenträger und zum Ziehen von Karren eingesetzt. Dazu wird das Kamel in den trockeneren Zonen auch als Rinderersatz genutzt. Es liefert Milch, die für den Hausgebrauch zu verschiedenen Produkten verarbeitet wird, sowie Fleisch und Wolle. Die mongolische Kamelwolle ist ein beliebter Exportartikel.
Kamelkarawanen, beladen mit Handelsgütern, sind nicht nur aus der Sahara bekannt. Auch in der Mongolei kennt man diese Art des Gütertransports, insbesondere für den Handel mit dem östlich und südlich liegenden China. Ein solches, in der Wüste Gobi vorkommendes und andernorts sehr begehrtes Handelsprodukt war früher beispielsweise Salz zum Würzen und haltbar machen der Speisen. Heute werden die Kamele auch im Tourismusbereich zu Kameltouren benutzt. Im Gegensatz zu Pferden erfordern sie keine Reitkenntnisse.
In der zur Mongolei gehörenden Wüste Gobi leben noch etwa 1000 wilde Trampeltiere, die sich besonders an das Leben in der Salzwüste angepasst haben. Diese stehen unter besonderem Schutz, um sie vor dem Aussterben zu bewahren. Teilweise halten sie sich auch im Gobi-Gurvansaikhan-Nationalpark auf, der aber ihren eigentlichen Lebensraum in der Wüste Gobi nicht umfasst. Weitere wilde Trampeltiere gibt es noch in ähnlichen Wüstengebieten im nördlichen China.
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