Kamele in Indien
Indien ordnet man landläufig den tropischen und subtropischen Gebieten der Erde zu, gekennzeichnet durch zumindest zeitweise heftige Regenfälle und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Da soll es Kamele geben?
Zu Indien gehören tatsächlich auch trockene Wüstengebiete mit einem Klima, das Kamele lieben. Im Nordwesten Indiens, an der Grenze zu Pakistan, gibt es solche Trockengebiete. Das bekannteste ist die Wüste Thar. Sie liegt im größten Bundesstaat Indiens, in Rajasthan (Land der Könige). Hier sind etwa 70 % der indischen Kamele zu Hause. In den Orten Pushkar und Nagaur finden zu besonderen Anlässen große Märkte statt, bei denen neben anderen Tieren auch Kamele gehandelt werden.
Diese Märkte sind auch für Touristen zugänglich, die sich von der farbenprächtigen Atmosphäre anlocken lassen. Pauschalreisen nach Indien mit einem Abstecher nach Pushkar werden genau so angeboten wie direkte Reisen nach Rajasthan. Da Indien den Tourismus als willkommene Devisen-Einnahmequelle schätzt, wird auch einiges an Luxus und Abenteuern in Rajasthan angeboten. Frühere Paläste von Maharadschas wurden zu Luxushotels umgebaut, die aufgrund der günstigen Löhne aber auch für Normalbürger erschwinglich sind.
Dazu gehört dann auch eine lange Kamelsafari durch die Wüste Thar. Von November bis Januar ist der günstigste Zeitpunkt dafür, da jetzt die Wüste am kühlsten und angenehmsten ist. Gelegentliche monsunabhängige Regenfälle bringen die sonst trostlose Wüste zum Leben. Allerdings ist die Wüste nicht überall trocken und unfruchtbar. Es gibt Wasserstellen und auch Brunnen, um die herum sich einzelne Farmen oder auch kleine Dörfer halten können. Durch Landwirtschaft und Viehzucht können die Einheimischen dort ihre Existenz sichern.
Die indischen Kamele werden traditionell von Nomadenstämmen gezüchtet, die sie zu Reit- und Lasttieren ausbilden. Die Reitkamele sind zwar etwas langsamer als Pferde, aber sehr ausdauernd und für lange Ritte im trockenen Gelände bestens geeignet. Sie werden Jaisalmeri genannt. Bikaneri ist die Bezeichnung für die Lastkamele, die bis zu 400 kg tragen können. Nach wie vor haben die Kamele ihren Vorteil gegenüber dem Auto oder Lastkraftwagen. Sie brauchen kein Benzin, keinen Mechaniker und vor allem auch keine Straße.
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