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Wüstenstars – Dressurreiten mal ganz anders
„Aber das sind doch Kamele!“ - mag sich der ein oder andere Zuschauer gedacht haben, als er unsere beiden Kamelstars Suleika und Fatima zusammen mit Dressur- und Showtrainer Herbert Stein in die Manege der Equitana, der größten Pferdefachmesse der Welt, einlaufen sah (siehe Fotos). Stolz und mit erhobenem Haupt traben die Wüstenschiffe im Viertakt-Schritt, links vorne – rechts hinten – rechts vorne – links hinten, durch die Arena. Die Zuschauer sind begeistert, der Tiertrainer ist es auch, denn diese Gangart ist für ein Kamel, das normalerweise im Passgang läuft, eher ungewöhnlich. Was für manch einen so einfach aussehen mag, ist für den Trainer harte Arbeit, denn Kamele sind zwar sehr intelligente und lernfähige Tiere, aber auch faul und träge. Wenn sie keine Lust mehr auf üben haben, dann brüllen und spucken sie oder legen sich hin, streiken und bringen damit ihre Unlust zum Ausdruck. Da ist schon eine ordentliche Portion Zeit und Geduld gefragt, wenn man einem Wüstentier etwas beibringen möchte. An weniger eigensinnigen und sturen Tagen sind Kamele sehr aufnahmefähig und lernen, wie behauptet wird, sogar schneller als Pferde. Man kann ihnen von Seitengängen, über Quadrillen und Hufschlagfiguren, bis hin zu sprachlichen Kommandos so einiges beibringen, jedoch ist es wichtig das Kamel nicht zu überfordern und die Trainingseinheiten ohne Hektik angehen zu lassen.
Das Dressieren beginnt bereits mit dem Zähmen. Je nachdem, wo das Kamel herkommt oder wo es geboren wurde, ist das Tier zunächst etwas scheu und hat eher weniger Lust auf menschliche Nähe. Mit viel Feingefühl und vor allem Ruhe finden die ersten Annäherungsversuche statt. Zunächst gewöhnt man das Wüstentier an Berührungen mit der Hand, dann an sein Halfter. Und damit der Mensch das Kamel führt und nicht umgekehrt, folgt schließlich ein Führtraining. Erst wenn das gut funktioniert und das Kamel die Rangordnung akzeptiert hat, sollte mit Decken und Bauchgurttraining begonnen werden. Sitz der Reiter erstmal auf dem Kamelrücken, sollte er sich beim einreiten gut festhalten, denn ein junges Kamel lässt gerne mal ein paar Bocksprünge.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr...
Das wichtigste für eine erfolgreiche Dressur ist das Vertrauen zwischen Mensch und Tier, ohne diese Basis ist ein gemeinsames Arbeiten nahezu unmöglich. Kamele kann man vom Wesen her mit Hunden vergleichen, sie konzentrieren sich in der Regel auf eine Bezugsperson. Ist ein Kamel von klein auf mit dem Tiertrainer vertraut, so lässt es sich am besten erziehen und dressieren. Erwachsene Kamele ähneln da schon eher der menschlichen älteren Generation, sie haben ihren ganz eigenen Kopf und machen nicht immer so mit, wie man es gerne hätte! Darum erzielt man die besten Erfolge, wenn man mit dem Dressurtraining bereits in jungen Jahren beginnt. Besonders clevere Kamele schauen sich manche Übungen sogar bei ihren Artgenossen ab. Es kann also sein, dass wenn der Tiertrainer das Kommando zum ablegen gibt, plötzlich der halbe Stall vor ihm kniet und nach Leckerchen lechzt.
Dressurreiten mit dem Kamel ?
Das gibt es wirklich !
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