Drucken E-Mail

Kamelbestände

Der größte Bestand an Kamelen entfällt auf das einhöckrige Dromedar, das von Nordafrika über den Mittleren Osten bis nach Indien verbreitet ist. Derzeit zählt man etwa 14 Millionen Tiere, allerdings mit rückläufiger Tendenz. Der Grund liegt darin, dass versucht wird, die Lebensräume der Kamele intensiver für die Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion zu nutzen. Diese mehr oder weniger seßhaften Bauern benötigen das Kamel nicht mehr. Die intensive Nutzung, die beispielsweise mit dem Bohren von Brunnen einhergeht, führt aber dazu, dass nach der Erschöpfung der Wasservorräte eine dann auch für Kamele nicht mehr als Lebensraum nutzbare Wüste zurückbleibt.

Anders sieht es mit dem Dromedarbestand in Australien aus. Dort leben etwa eine Million ausgewilderte Tiere, nach wie vor mit steigender Tendenz, da ihnen die natürlichen Feinde fehlen und sich niemand um sie kümmert. Ihre Nutzung beispielsweise als Fleischlieferant steckt erst in den Anfängen.

Im übrigen Asien, der Heimat des zweihöckrigen Trampeltiers, leben etwa 1,4 Millionen Tiere, nach anderen Quellen auch mehr. Für sie gilt dasselbe wie für das Dromedar; der Bestand ist rückläufig, weil sie nicht mehr so oft gebraucht werden wie zu früheren Zeiten. Der Bestand an wilden Dromedaren vorwiegend in der Wüste Gobi liegt bei rund 1000 Tieren.

Auch bei den südamerikanischen Kamelen haben sich die Bestandszahlen stark verändert. Nach dem starken Rückgang aufgrund von dezimierenden Maßnahmen der spanischen Eroberer konnten sich die Bestände jedoch wieder erholen, so dass sie heute nicht mehr gefährdet sind. Man zählt etwa drei Millionen Alpakas, die vorwiegend in Peru und Bolivien für die Wolleproduktion genutzt werden. Ebenfalls drei Millionen zählt der Bestand an den domestizierten Lamas. Auch sie dienen, abgesehen von der traditionellen Nutzung als Lastenträger, der Produktion von Fleisch und Wolle. Von den Lamas gibt es inzwischen in Nordamerika, wo sie eigentlich längst ausgestorben waren, inzwischen wieder einen nennenswerten Bestand von etwa 100.000 Tieren.

Der Bestand an wild lebenden Guanakos vorwiegend in Argentinien wird auf etwa 600.000 Tiere geschätzt. In den Hochanden leben etwa 200.000 Vikunjas, die ebenfals zu den wild lebenden Kamelen zählen.