Ich bin ein Trampeltier

Das Trampeltier, auch Baktrisches Kamel genannt, ist neben dem Dromedar das zweite Kamel der Gattung Altweltkamele. Es ist in den Steppen, Wüsten und Halbwüsten Asiens zu Hause und dort ein weit verbreitetes Haustier. Sein Vertreitungsgebiet überschneidet sich in der nördlichen Golfregion mit dem des Dromedars, das hauptsächlich in Arabien und Nordafrika zu finden ist. Nur noch ganz vereinzelt sind wilde Trampeltiere in der Wüste Gobi und in China zu finden.
Das Trampeltier erreicht wie das Dromedar eine Schulterhöhe von 1,8 bis 2,3 m und gleicht diesem auch in der Färbung, die von weiß bis dunkelbraun reicht und meist sandfarben ist. Das Trampeltier ist allerdings mit 450 bis 500 kg leichter als das Dromedar und kann daher auch weniger Lasten tragen. Beide Kamele unterscheiden sich eindeutig: das Dromedar hat einen, das Trampeltier zwei Höcker. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass das Trampeltier ein dickes Winterfell bekommt. Bei einem Ansteigen der Temperaturen werden Teile des Fells schnell abgestoßen, so dass das Trampeltier dann zeitweise einen recht zerlumpten Anblick bietet.
Trampeltiere sind wie alle Kamele sehr genügsame Tiere, die sich von Pflanzen ernähren. Auch dornige und salzige Wüstenpflanzen werden gefressen und ebenso brackiges und salziges Wasser getrunken. Trampeltiere sind wie alle Kamele sehr sparsam im Wasserverbrauch, d. h. die Flüssigkeit wird den Ausscheidungen weitgehend entzogen. Sie können längere Zeit ohne Wasser auskommen. Findet sich dann eine Wasserstelle, so saufen sie sich innerhalb weniger Minuten wieder voll. Das Wasser wird aber entgegen der landläufigen Meinung nicht in den Höckern gespeichert, sondern im Magen.
Die Trampeltiere wurden etwa 3000 vor Christus domestiziert. Sie dienen als Reit- und Lasttier, die Lasten mit großer Ausdauer auch durch unwirtliche Gegenden transportieren können. Daneben wird aber auch Milch, Fleisch und Fett von ihren Besitzern als Nahrung genutzt und das Fell zu Bekleidung und Decken verarbeitet.
In den Monaten März bis April bringen Muttertiere nach einer Tragezeit von 12 – 14 Monaten meist ein Junges, selten Zwillinge zur Welt. Diese können innerhalb weniger Stunden laufen und der Herde folgen. Nach drei bis fünf Jahren sind die Jungen geschlechtsreif.
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