Ich bin ein Lama

Das Lama ist dem Namen nach wohl die bekannteste Art der in Südamerika, der „Neuen Welt“, beheimateten Neuweltkamele. Der Zoologe verwendet „Lama“ als Grundbezeichnung für sie. Allerdings gilt das Lama nicht als die älteste Kamelrasse, sondern stammt vermutlich vom Guanako ab. Da die Neuweltkamele auch untereinander fruchtbar sind, ist es schwierig, die älteste Gattung herauszufinden. Von den Altweltkamelen unterscheiden sie sich durch den fehlenden Höcker.
Kamele sind sehr genügsame Tiere, die sich auch in unwirtlichen Gegenden wie den Anden, einer südamerikanischen Gebirgskette, halten können. Sie ernähren sich von Gräsern, Sträuchern und Flechten, verschmähen aber auch Blätter und Pilze nicht. Das Lama erreicht eine Schulterhöhe von 110 bis 130 cm und ein Gewicht von 120 bis 150 kg. Mit zwei Jahren wird es geschlechtsreif. Nach einer Tragezeit von etwa einem Jahr wird ein Fohlen geboren, nur selten sind es Zwillinge.
Wahrscheinlich schon 3000 Jahre vor Christus wurde das Lama domestiziert, d. h. zum Haustier. Es wurde vor allem als Lasttier genutzt, mit dem auch in unwegsamem Gelände noch ein Fortkommen möglich war. Obwohl es in den niedrigeren Regionen durch die von den Spaniern eingeführten Pferde verdrängt wurde, konnte es sich in der dünnen Luft der Hochregionen bis heute behaupten. Es ist die einzige Kamelart in Südamerika, die so genutzt wird. Daneben wird das Lama auch als Fleisch- und Wolle-Lieferant geschätzt. Lama-Wolle gibt es in sehr unterschiedlichen Farben, da die Tiere keine einheitliche Färbung aufweisen. Sie ist jedoch nicht so wertvoll wie die Wolle von Alpaka oder Vikunja. Für die Ureinwohner der Anden war das Lame ähnlich wichtig wie das Dromedar für die arabischen und nordafrikanischen Beduinen. Aus seiner Haut gewannen sie beispielsweise Leder und aus seinem Fett den Grundstoff für Kerzen.
Eine Besonderheit weist das Lama noch auf: es spuckt sehr treffsicher. In der Herde war dies eine Möglichkeit, die Rangordnung zu dokumentieren und unliebsame Nebenbuhler zu vertreiben. Im einfachen Falle reicht dazu Speichel aus. Lästige Störer können aber auch schon einmal mit übel riechendem Mageninhalt Bekanntschaft machen. Das ist zwar immer noch harmlos und leicht abwaschbar, aber trotzdem wirksam.
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