Ich bin ein Guanako

Das Guanako ist eine in Südamerika beheimatete und deshalb zu den Neuweltkamelen gehörende Kamelart. Es lebt wild, ist also im Gegensatz zu Lama und Alpaka kein Haustier. Es gilt als der „Stammvater“ der südamerikanischen Kamele, die zoologisch unter dem Betriff „Lama“ zusammengefasst werden. Der Zoologe bezeichnet das Guanako als Lama guanicoe.
Guanakos erreichen eine Schulterhöhe von etwa 120 cm und ein Gewicht von etwa 120 kg. Das Fell ist wollig und dicht, oben hellbraun und unten weiß. Bei den Ureinwohnern war das Guanako-Fell eine übliche Zeltabdeckung. Als Wildtier ist die Färbung des Guanakos nicht so großen Bandbreiten unterworfen wie bei den domestizierten Arten. Guanakos lieben das Grasland. Sie sind deshalb nicht nur in den Anden, sondern vor allem in der Pampa, dem Grasland Argentiniens, zu finden. Wie auch bei den anderen Kamelen bringt ein Guanako-Weibchen nach einer Tragezeit von etwa einem Jahr ein Junges zur Welt, das sofort laufen kann und etwa ein halbes Jahr dicht bei der Mutter bleibt, die es säugt.
In der Natur bilden sich Familienverbände von etwa 15 Tieren, die aus einem männlichen Leittier und mehreren ausgewachsenen Weibchen und deren Jungen bestehen. Nach einem Jahr sind die Jungen entwöhnt und werden vertrieben. Weibchen suchen Aufnahme in einer anderen Herde, Männchen schließen sich zu Junggesellenverbänden zusammen, die drei bis vier Jahre zusammenbleiben, aber von ständigen Kämpfen um die Vorherrschaft geprägt sind. Danach versucht ein männliches Guanako, ein eigenes Territorium zu gründen und sich dazu junge Weibchen zu suchen. Auch kann es das ältere Leittier einer bestehenden Herde vertreiben und sich dessen Posten sichern. Das vertriebene Männchen bleibt dann meist bis zu seinem Tod ein Einzelgänger.
Wie in Nordamerika der Büffel, so wurde das Guanako in Südamerika von den europäischen Eroberern gejagt und erheblich dezimiert. Hier wie dort war der Grund zunächst das Fell insbesondere der Jungtiere, danach einfach der Gewinn von Weideland. Inzwischen konnte sich der Bestand erholen und gilt heute nicht mehr als gefährdet, doch darf ein Guanako-Fell entsprechend dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen nur mit einer Exportgenehmigung des Ursprungslandes gehandelt werden.
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