Die etwas andere Miss-Wahl ...
In den Vereinigten Arabischen Emirate, 150 km von der Hauptstadt Abu Dhabi im gleichnamigen Emirat entfernt, findet alljährlich das große Al Dhafra Camel Festival in Bida Zayed statt.
Dass die Wüstenschiffe im Orient zu Hause und Teil der arabischen Kultur sind, wissen die meisten von uns. Welche Bedeutung ein Kamel jedoch für einen Araber haben kann, mag für den ein oder anderen überraschend sein.
Beim Al Dhafra Camel Festival wird die Schönheit der Kamele geradezu zelebriert. Araber sind sehr stolz auf ihre Kamele und nutzen die Gelegenheit, auf dem Camel Festival ihre Kultur zu präsentieren und zu pflegen. Unterstützt und finanziert wird das Ganze vom Kronprinzen der Vereinigten Arabischen Emirate höchst persönlich. Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan macht aus der Tradition Modernes und bietet mit diesem Fest ein wahres Spektakel für Einheimische und Touristen.
Rund 28 000 Kamele und 1200 Kamelbesitzer sind direkt vor Ort, wenn es heißt „Vorhang auf für das schönste Kamel der Welt“! Wer an ein bürgerliches Stadtfest denkt, der irrt sich gewaltig. Das Festival erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 12.000 m², mit den verschiedensten Bereichen rund um das Thema Kamel. Auf dem Festgelände wird von Auktionen, über Schönheitswettbewerbe und Kamelrennen bis hin zur Ehrung des kreativsten Kamelgedichtes so einiges geboten.
Denkt man an die Höhe der ausgelobten Preise und Preisgelder, so stockt einem der Atem. Neben den luxuriösesten und neusten Fahrzeugen mit Allradantrieb winken den Gewinnern Preisgelder in einem Gesamtwert von über 10 Millionen US-Dollar.
Kein Wunder, dass die Kamelbesitzer ihren Lieblingen schon Monate vorher ein Verwöhnprogramm der Extraklasse gönnen. Ein bisschen Hufmaniküre, hochwertiges Futter mit Gelée Royale (Nahrung der Bienenköniginnen) und schweißtreibende Fitnessübungen, damit die Kurven stimmen. Wie bei einer echten Miss-Wahl werden die Teilnehmer nach ihren Proportionen, nach Augen, schlanken Beinen und Barthaaren (!) beurteilt.
In der so genannten „Million Street“, dem Handelsplatz für Kamelzüchter, geht es dann richtig zur Sache. Hier wechseln manchmal Wüstentiere in wenigen Minuten für mehrere Millionen Dollar ihre Besitzer.
Wer nicht das nötige Kleingeld besitzt, um aktiv mit zu bieten, wird auf dem Souk, einem traditionellen arabischen Markt, fündig. Hier gibt es Souvenirs und handgefertigte Waren aus der gesamten Golfregion zu erschwinglichen Preisen.
Schon bei der Ankunft auf dem Festgelände lässt sich an Hand der parkenden Autos sehen, dass sich hier die Reichsten mit den Reichsten messen. Das Kamel gilt im Orient als Statussymbol, zudem haben die Wörter „Kamel“ und „Schönheit“ in der arabischen Sprache den selben Wortstamm. Dschamal nennt sich das Kamel und dschamula bedeutet Schönheit und Liebenswürdigkeit. Also nicht wundern, wenn Sie mal ein arabisches Wohnzimmer betreten und neben den Familienfotos auch Bilder von Kamelen an den Wänden hängen.
Einen einen weiteren Artikel zum Thema "dschamal" und "dschamula" finden Sie in unserem Kamelblog. Hier klicken !
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